Kulinarik & Tradition aus Südtirol

Urlaub im Ultental – Südtirol ganz speziell

Das Südtiroler Ultental – mit seinen vier Ortschaften St. Walburg, Kuppelwies, St. Nikolaus und St. Gertraud – gehört zu den ursprünglichsten Seitentälern Südtirols. Mit rund 4.000 Einwohnern und gut 1.000 Gästebetten werden hier Tradition und eine überschaubare Gästezahl harmonisch in Einklang gebracht. Auch heute noch gibt es zahlreiche gelebte Bräuche die den Urlaubern im Jahresverlauf näher gebracht werden. Das familiengeführt Erlebnishotel WALTERSHOF in St. Nikolaus setzte neben urig-moderner Einrichtung auch auf eben diese alte Bräuche, die die Gäste während ihrem Urlaub im Ultental hautnahe miterleben können. Über einige davon hat uns die Gastgeberfamilie Holzner einen Überblick gegeben, den wir hier zusammengefasst haben:

(c) Udo Bernhart

Räuchern im Waltershof

Geräuchert wird im WALTERSHOF täglich, denn auf diese Art und Weise wird der Saunabereich desinfiziert und die Luft im Haus gereinigt. Gastgeberin Victoria hat hierzu eine Ausbildung absolviert und gemeinsam mit ihrem Wellness-Team wird auch das gesamte Hotel einmal wöchentlich „gesäubert“. Die meist selbstgesammelten Kräuter (z. B. Beifuß) sowie Lärchen- und Kiefer-Harze werden als hausgemachte Kräutermischungen verwendet und bei diversen Wellnessbehandlungen (Schafwollbad, Silberquarzanwendung) eingesetzt.

(c) Gert Pöder

Das Krapfenlottern & Krapfenfest

Das Ultental ist bekannt für seine traditionellen, von Bauern gebackenen Mohnkrapfen, die anläßlich von Hochzeiten und Taufen sowie zu Allerheiligen gebacken werden. Um diese typische Ultner Mehlspeise herzustellen, darf jeder Bauer im eigenen Garten eine gewisse Mohn-Menge anbauen. Die köstlichen mit Mohn gefüllten und in Fett gebackenen Krapfen lockten schon in früheren Jahren die arme Bevölkerung an, die darum lotterte (= bettelte). Heute sind es primär Kindergruppen, die sich zum „Krapfenlottern“ treffen und den Bauern dafür Gedichte oder Lieder vortragen.
Ergänzend findet jeden Herbst das große Ultner Krapfenfest statt. Hier werden verschiedenste Krapfen-Sorten aus ganz Südtirol präsentiert und verkauft. Angeboten werden neben traditionellen Mohnkrapfen auch Varianten mit Marmelade- oder einer würzigen Füllung. Fazit: Ein Krapfen gehört im Herbst beim Urlaub im Ultental einfach dazu.

(c) Waltershof

Die Hirten kommen

Zwischen 26.12. und 03.01. jeden Jahres sind im Ultental die Hirten unterwegs. Männer mit altem Gewand, Holzschuhen und großen Hirtenhüten finden sich an ausgewählten Orten wie dem WALTERSHOF ein, um traditionelle Lieder zu singen. Eine Hommage an die Hirten des Weihnachtsevangeliums – aktiv gelebt auch vom Seniorchef Walter. Er ist einer der besagten Hirten, die mit dieser schönen alten Tradition die Gäste begeistern.

Urlaub im Ultental bedeutet zur Weihnachtszeit auch in den Genuss der Hirtensuppe zu kommen. Eine kräftige Fleischsuppe mit Tafelspitzstücken und Schnittlauch, in die das typische Ultner Bauernbrot eingeweicht wird.

(c) Corinna Widi

Das Neujahrsgericht – Cotechino mit Bauernbrot

Zu Jahresbeginn wird im WALTERSHOF ein typisch italienisches Gericht serviert – Cotechino mit Linsen. Eine kräftig gewürzte Rohwurst aus Schweinefleisch, die Gesundheit im neuen Jahr bringen soll. Die Linsen stehen für viele kleine Münzen – also für Reichtum bzw. Wohlstand. Auch dazu wird das Bauernbrot gerne gegessen – nicht wegzudenken also aus der authentischen Südtiroler Küche. Das Bauernbrot wurde früher nur 2- bis 3-mal jährlich gebacken und in Brotregalen getrocknet. In speziellen „Grommeln“ wurde das harte Brot dann in kleine Stücke gebrochen und zur Hirtensuppe gereicht